Alle Jahre wieder Vorsätze schmieden und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken? Ich bekenne: Ja, ich will auch 2021 mit einem richtig positiven Schub beginnen. Anzunehmen, dass ich mich damit gerade zu Beginn des Jahres 2021 in bester Gesellschaft befinde. Dank des denkwürdigen Jahres 2020 lohnt sich der Blick zurück: Auf besondere Herausforderungen, auf geschaffene Wortungetüme und das neue Normal.

Wie gehen wir mit dem plötzlichen „Alles ist anders“ um, wenn das Leben – wie wir es kannten – zum Erliegen kommt? Wenn wir das Haus am besten nicht mehr verlassen sollen oder gar in Quarantäne sind. Wie heftig nahmen wir die gesundheitliche Bedrohung für uns und unsere Liebsten wahr – wie haben wir innerlich reagiert, also welche Gefühle oder Gefühlsstürme hat es in uns ausgelöst? Wie sehr haben uns widersprüchliche Informationen beunruhigt oder Marketing-Meldungen unserer Regierung genervt? Wie sehr fühlten wir uns ausgeliefert – und welche Mittel und Wege haben wir persönlich gefunden, mit dieser Situation umzugehen, um wieder die Oberhand zu gewinnen und pro-aktiv zu werden? Und vor allem: …
…was lernen wir daraus? Zumindest für mich trat noch klarer hervor, wie lebenswert unser Leben in diesen Breiten ist. Auch wenn wir auf Annehmlichkeiten verzichten mussten, weil Vieles zeitweilig nicht erlaubt war – bzw. noch immer ist. Und wahrscheinlich durfte Jeder für sich feststellen, dass für uns Menschen unterm Strich die Gemeinschaft, das Miteineinander das Wesen-tliche ist, das Zuhören und Gesehen werden. Das Füreinander da sein können, insbesondere wenn Angehörige oder Freunde Hilfe, Nähe oder Beistand benötigen. 

Was hat das mit Content Marketing zu tun?
Sehr viel: Nachdem Jede/r für sich mit seinen/ihren persönlichen Ängsten, Schatten und Herausforderungen gekämpft hat, bedarf es einer Normalisierung bzw. einer Gegenbewegung. Wir dürsten wieder nach mehr Leben – gerne bedachter und etwas langsamer – aber wieder mit Leichtigkeit. Gradmesser dafür kann sein, was wir alles (längst) nicht mehr hören können. 

Quarantäne, Coronakrise, MundnasenschutzWorte wurden zu Synonymen für Einschränkungen, leider auch für Bedrohung und eine „neue Realität“, die wir nur allzu gerne wieder los wären. Einige dieser Wortgetüme werden wir wieder vergessen und manche werden bleiben. Ich als medizinischer Laie konnte jedenfalls vorher „Triage“ oder „Übersterblichkeit“ nicht genau erklären. In dieser Hinsicht ist es beruhigend, dass ein Gutteil des neu erworbenen teilweise epidemiologischen Wortschatzes wieder aus unserem Sprachschatz verschwinden wird. Auch wenn unser Vokabular „dank“ der Hartnäckigkeit bzw. Vermehrungswut des Covid-19 Virus relativ nachhaltig beeinflusst wurde bzw. wird. Jedenfalls langfristiger wie zB. durch die Anschläge vom 11. September 2001, die uns Sprach-Konstrukte wie „Ground Zero“ oder „Die Achse des Bösen“ bescherten, oder als durch den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull vor zehn Jahren das Wort „Aschepartikel“ wie die Asche selbst überall verbreitet wurde. 

Noch spannender ist die Frage: Was wird bleiben? Was wird die Menschen weiter bewegen – und welche Inhalte (aka Content) werden deshalb in naher Zukunft gefragter sein als andere? 

Diese Frage werden wir im Jahr 2021 beantworten können. Gute Hinweise darauf geben uns u.a. der eigene Hausverstand und das Bauchgefühl bzw. das Einfühlvermögen für die Zielgruppe aka Brand Persona. Sicher ist aber, dass Vertrauen eine zentrale Rolle spielen wird – das auch digital in Wort & Bild vermittelt werden muss.

Hier und heute sag ich jedenfalls – verfrüht aber aus ganzem Herzen – schon mal optimistisch leise „Servus“ 👋 zu 

  • Coronavirus, Coronakrise, Epidemie, Pandemie, Virologe, Epidemiologe, vektorbasierten Impfstoff
  • Quarantäne, Lockdown, Shutdown, Mund-Nasen-Schutz, FFP2-Masken, Spike-Protein
  • Replikations-Faktor, Inzidenzwert, Intensivstation, Maximalbelegung, Herz-Lungenmaschine, Triage
  • Abstandsregeln, Babyelefent, Hygieneregeln, Sicherheitsabstand, Vakzine
  • Social Distancing; das eigentlich Physical Distancing hätten heißen müssen

Und jeder Menge zusammengesetzter Substantive, auf die wir auch gerne verzichtet hätten:

  • Corona-Party,  Corona-Hysterie, Corona-Baby, Corona-Leugner, Corona-Abitur
  • und den „Covidioten“ rufe ich laut zu, dass sie ab sofort bitte ausschließlich unter sich bleiben sollen. Denn Jeder darf was er will, sollte sich aber daran halten, dabei Dritte nicht gefährden.

Im Alltag beeinflusste die meisten die Veränderung unsere täglichen Aufgaben und Gewohnheiten. Wie kann das Alltagsleben gestaltet werden, wenn wesentliche Teile wie Schule oder Arbeit plötzlich – zumindest in der bisher gewohnten Form – wegbrechen? Und welchen Einfluss hat/te es auf uns? Schule und Lehrer werden jedenfalls gefühlt weitaus höher geschätzt als noch vor 12 Monaten. Von Pflegepersonal ganz zu schweigen – Chapeau!

  • Home-Office, Home-Schooling
  • systemrelevante Berufe, AlltagsheldInnen, Lebensretterinnen
  • Immunitätsausweis, Öffnungsdiskussionsorgien. 

Ach ja. Dann gäbe es da noch die ‚Coronoia‘ und ‚Coronials‘ – Parallelbildungen zu ‚Paranoia‘ und ‚Millennials‘, die bestehende Bildungsmuster auf die gegenwärtige Situation anwenden. Hier wird das Ganze dann wiederum äußerst spannend für Content-Marketing. Und das ist es, worauf es mir an dieser Stelle ankommt: Wachsam, neugierig und offen zu bleiben – jeden Tag des Jahres 2021 und darüber hinaus. Dann werden wir auch weiterhin alles meistern – komme was wolle und koste es was es wolle.

Denn wir haben alle gelernt, dass wir mit neuen Situationen zurecht kommen. Und wir haben gesehen, welche Qualitäten wir benötigen, damit wir trotz widriger Umstände mental und körperlich fit bleiben. In diesem Sinne:

Auf ein wunderbar starkes und selbstbewusstes 2021


PS: Wie sehr das Thema noch immer bewegt, zeigten auch die zahlreichen Neujahrswünsche, die sich zumeist Corona wieder als Bier, Tests nur mehr in der Schule und vor allem UMARMUNGEN als neue-alte menschliche Währung des Jahres 2021 wünschen. So sei es.

Die Bildquelle der wunderbaren Baumzeichnung konnte ich leider nicht entziffern – sorry.