Dass XING und LinkedIn als berufliche Plattformen auch für Personalsuche geeignet sind, liegt auf der Hand. Aber wie gut funktionieren Social Media Kanäle wie Facebook, Instagram und YouTube für Employer Branding und Social Media?

Kurze Antwort: Sehr gut, solange die Zielgruppe dort zu finden ist – und das ist bei den „großen 3“ Facebook, Instagram um YouTube sehr wahrscheinlich. Aber: Es ist auf diesen Kanälen zentral, die Sprache der Zielgruppe zu sprechen – und die „social Guidelines“ für Content einzuhalten. Sonst „redet man aneinander vorbei“ bzw. verpufft bei mangelnder Interaktion auf Social Media die Wirkung, wenn man beispielsweise nur mal nebenbei ein Link zum Stelleninserat auf Facebook verbreitet. Jedenfalls werden die Grenzen von B2C und B2B auf Social Media vermehrt aufgehoben – es geht vorrangig H2H-Kommunikation von Mensch zu Mensch.

Auch wenn Facebook nicht mehr „hypt“ so sind immerhin 44 % – das sind knapp 4 Mio. – Österreicher dort anzutreffen; zur Altersverteilung siehe Grafik von Artworx. Facebook ist aufgrund seiner Eigenschaften zum Einfachen Teilen von Links, persönlicher Kommunikation und dem Faible für Einblicke in das Tagesgeschehen ein wunderbarer Kanal für gelebtes, niederschwelliges Employer Branding. Zudem lässt sich Werbung auf Facebook relativ exakt targeten und dank empfehlungsorientierter Werbeformen auch in Sachen HR konkrete Botschaften an die geneigte Zielgruppe „weitersagen“. Ein Beispiel:

Dieses Tiroler B2B Unternehmen hat vor ca. 2 Jahren anlässlich eines Firmenjubiläums mit uns den Schritt in die Social Media Welt gewagt und ist seither dort mit durchaus vertretbarem Aufwand dort erfolgreich: Travel Europe in Stans hat nach unserem Content-Coaching zum Start die Bearbeitung zur Gänze selbst übernommen und nutzt Facebook seither erfolgreich als Schaufenster für seine Mitarbeiterakquise. Folgerichtig verlinkt das Unternehmen im Impressum auch auf direkt auf seine Karriereseite. 

Zu YouTube sei hier nur so viel gesagt: Es handelt sich um die zweitgrößte Suchmaschine nach Google; wenn es also passende Video-Inhalte gibt, macht eine Einbindung durchaus Sinn. Ob und in welcher Form ist unternehmensspezifisch, lässt sich aber im Rahmen einer Social Media Konzeption recht einfach beantworten. Jedenfalls machen erst im Anschluss auch Werbeschaltungen auf YouTube Sinn.

Facebook Nutzer Österreich 2019Wie funktioniert also Kommunikation bei Facebook oder Instagram?

Am besten, indem man sich als Unternehmen an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert und die Social Media Kanäle – gerade bei der Personalsuche – nicht als Werbekanal, sondern als Möglichkeit des Miteinanders betrachtet. Die Kommunikation ähnelt eher einer Vorstellung bzw. einer Erzählung, was bei Ihnen im Unternehmen Spannendes geschieht, als einer frontalen Werbung.

Kurze Leitlinie zum WIE: Konstant, offen und ohne Werbesprache zu nutzen!

Lohnen kann sich das Engagement auf Facebook, Instagram oder auch YouTube besonders, wenn Sie Vorteile von „Mund zu Mund Propaganda“ also Empfehlungswerbung ihrer Zielgruppe nutzen möchten. Dazu können auch niederschwellige Möglichkeiten zu Bewerbung genutzt werden wie zB Facebooks Sponsored Ads.
Und da es vorrangig ums Empfehlen, „sich in Erinnerung rufen“ und präsent sein geht, kommt es auch darauf an, wer könnte ihr Joboffer im „echten Leben“ weitererzählen – oder das Posting dazu teilen oder in einer PN (Private Nachricht) an jemanden senden. Passend zum Charakter von Facebook, dessen Stärke sowohl in Kundenbindung als auch in der Ansprache neuer Kontakte liegt.

Tipps zum WAS: Setzen Sie als als Unternehmer oder Personalverantwortlicher die Brille des Nutzers auf und fragen Sie sich:

  • Welche Informationen stellen für potenzielle InteressentInnen Neuigkeiten oder Service-Charakter?
  • Welche Fragen stellt sich der Bewerber bei der Suche nach einer geeigneten Stelle und wie antworten wir darauf?
  • Wie zeigen wir als Unternehmen, wie sich die Arbeit bei uns gestaltet?
  • Welche Einblicke können wir (laufend) in unseren Unternehmensalltag geben?
    Blicke hinter die Kulissen lassen ein anderes Bild als im Web entstehen.
    – Bitte auch mal ein Hoppala zeigen… das ist menschlich und baut Barrieren ab.
  • Wer steht hinter dem Unternehmen? Hier lohnt sich ein Blick auf Brand Storytelling – und natürlich auch es zu betreiben.

… aber auch diese Tipps für Social Media Inhalte können Sie nutzen:

  • Können Mitarbeiter in der Social Media Kommunikation eingebunden werden?
    Anhaltspunkte: Mitarbeiter-Aktivitäten, ob periodisch bzw. punktuell
    Einblicke in den Arbeitsalltag eines …Mitarbeiters.
  • Wie lassen sich unsere Benefits „sozial“ kommunizieren? Gibt es passende Grafiken dazu?
  • Wie entstehen die Produkte? Wer steht hinter den Services des Unternehmens?
  • Wer sind unsere Zulieferer, was ist an ihnen besonders wertvoll bzw. sie spiegeln sich unsere Werte als Unternehmen in der Zusammenarbeit?
  • Welche spannenden Dinge verbergen sich hinter Produkten/Services?
    zB können nachhaltige Aspekte hervorgehoben werden. In Form eines Blogbeitrags oder „nur“ auf Social Media?
  • Was gibt es bei uns zu feiern? Hauptsache, es menschelt…

Und natürlich …

  • was lässt sich aus den einzelnen Inhalten machen: Eignet sich etwas davon als kleine „Serie“? Damit dann auch fortlaufend Inhalte erstellt werden können.
  • Können wir beim Fotografieren zugleich eine Story erstellen (ob für Facebook oder Instagram)

sowie last but not least

  • Definieren sie eine/n Gruppe von Mitarbeitern, die sich des Themas annehmen und periodisch beraten, wie die Kanäle gefüllt werden sollen, sodass die Inhalte ins Herz der anvisierten Zielgruppe treffen.

Planen Sie dafür genügend Zeit-Ressourcen Ihrer Mitarbeiter ein oder beauftragen Sie einen Dienstleister für Content-Erstellung, der Sie bzw. Ihre Mitarbeiter oder den/die Personalverantwortliche/n unterstützt. Es ist oft gerade der Blick von außen, der befruchtet – bzw. herausfindet, wo sich Schätze gerade für die Social Media Kommunikation bzw. Ihr Employer Branding heben lassen.

Selbstverständlich können diese Aktivitäten zum Teil auch auf der Karriereseite Widerhall finden ohne ein 1:1 Echo zu erzeugen. So befruchten sich die beiden Kanäle wechselseitig – denn: Diese so genannten „Social Signals“ wirken sich teilweise sogar positiv auf das Ranking bei Google aus – wo ja auch die meisten Jobsuchen ihren Anfang nehmen.

Pixabay Social Media HRKurz zu Instagram, dem zweitgrößten sozialen Netzwerk in Österreich mit > 2,4 Mio. Usern: Auf dieser visuellen Plattform ist noch weit mehr „Marken-Feeling“ gefragt; hier ist nur erfolgreich, wer in seiner visuellen Markenkommunikation alles richtig macht.

Instagram wächst noch (+5% in 2019) und ist in HR bzw. Personal-Verantwortlichen va. wegen seiner

  • Beliebtheit in der Generation Z (28% aller Nutzer) und den Millenials (34%) gefragt. Mit dem Gespür für Ihre Buyer Personas, deren Neigungen und Erwartungen eben auf diesem Kanal, ist es auch möglich, Talente auf sich aufmerksam zu machen. Allerdings wird auch gnadenlos „entflogt“ – bzw. von den Millenials auf Durchzug geschaltet.

Aus unserer Erfahrung ist Instagram deshalb – wenn überhaupt – der zweite Schritt nach Facebook, insbesondere weil der Extra-Aufwand für Fotografie und die mangelnde Verlinkungsmöglichkeit außer in der einleitenden Bio nicht zu unterschätzen sind. Hier ist der Druck Content zu produzieren um Einiges höher, aber mit einigen Mitarbeitern oder einer Agentur, die mehrmals wöchentlich auch Stories produzieren, zu machen.

Nicht zu vernachlässigen, aber für Personalverantwortliche gelebte Praxis: Positive Bewertungen auf diversen (zB Arbeitgeber-) Plattformen gehören dazu und gelten als Hygienefaktor. Und natürlich die mächtigen Job-Plattformen XING und LinkedIn – aber das ist eine andere Geschichte (und irgendwann ein neuer Beitrag).

Zum Thema Social Media und Fördermöglichkeit:

  • Ab Februar 2021 gibt es im Rahmen der „Mitten ins Herz“ Mini-Workshops der Content Bakery die Möglichkeit, eine Mischung aus Beratung & Coaching zu buchen.
    Zielsetzung ist, entweder das bestehende Social Media Konzept an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. Falls Sie daran Interesse haben, bitte ich Sie um ein kurzes Mail damit ich Sie zeitgerecht informieren kann.
  • Wenn Sie als KMUs Interesse an einer 50% geförderte Beratung im Rahmen der KMU Digital Förderung haben, senden wir Ihnen gerne das Link zu. Wir sind zertifizierte Berater für eCommerce und Social Mediaund können – nach Neuauflage der Mittel durch die WKO im Jahr 2021 – wieder geförderte Beratungen durchführen.

Quelle: Social Media Nutzerzahlen Österreich 2020